Die „geistige Persönlichkeit“ Seth ist sicherlich eine der bekanntesten gechannelten Entitäten der Neuzeit. Von 1963 an empfing die US-amerikanische Schriftstellerin Jane Roberts in Trancezuständen komplexe Texte über die menschliche Seele, die in vielen Bücher veröffentlicht wurden. Einer dieser Klassiker ist „Gespräche mit Seth“ (1972), aus dem dieser Text entnommen wurde.

 

Sitzung 512, Dienstag, den 27. Januar 1970

Guten Abend.

(»Guten Abend, Seth.« Es ist 21.02 Uhr.)

Das Bewusstsein ist ein Instrument, das die verschiedenen Dimensionen der Realität registriert. Das Bewusstsein, wie ihr es kennt, ist hochgradig spezialisiert. Die physischen Sinnesorgane vermitteln die Wahrnehmung der dreidimensionalen Welt, aber sie können aufgrund ihrer eigentümlichen Beschaffenheit auch die Wahrnehmung anderer, ebenso gültiger Dimensionen verhindern. Die meisten von euch sind mit eurem alltäglichen, körperlich orientierten Selbst identifiziert. Es würde euch nie einfallen, euch mit nur einem Teil eures Körpers zu identifizieren und alle anderen Teile zu ignorieren, und dennoch tut ihr nichts anderes (Lächeln), wenn ihr euch einbildet, das egoistische Selbst trüge die Last eurer Identität.

Ich sage euch, ihr seid kein kosmisches Fleisch- und Knochen-Paket, zusammengewürfelt aus einer Mischung von Chemikalien und Elementen. Ich sage euch, euer Bewusstsein ist nicht das feurige Endprodukt eines rein zufälligen Zusammentreffens chemischer Bestandteile.

Ihr seid weder ein im Stich gelassener Ableger der physischen Materie, noch ist euer Bewusstsein dazu bestimmt, wie eine Seifenblase zu verpuffen; sondern ihr formt den physischen Leib, den ihr kennt, auf einer Ebene des tief Unbewussten mit großem Differenzierungsvermögen, wundervoller Klarheit und intimster Kenntnis jeder einzelnen Zelle, aus der dieser zusammengesetzt ist. Dies ist nicht etwa symbolisch gemeint.

Da nun aber euer Bewusstsein, wie ihr es versteht, sich dieser Tätigkeit unbewusst ist, so identifiziert ihr euch nicht mit diesem inneren Teil eurer selbst. Ihr identifiziert euch vielmehr mit demjenigen Teil von euch, der fernsieht, kocht oder arbeitet – dem Teil, von dem ihr glaubt, dass er weiß, was er tut. Aber dieser scheinbar unbewusste Teil eurer selbst hat ein viel umfassenderes Wissen, und von seinem reibungslosen Funktionieren hängt eure ganze physische Existenz ab.

Dieser Teil ist bewusst, wissend und wachsam. Es liegt an euch, an eurem Ausgerichtetsein auf die physische Realität, dass ihr seine Stimme nicht hört und nicht begreift, dass er der große Kraftquell ist, in dem euer physisch orientiertes Selbst wurzelt.

Ich nenne dieses scheinbar Unbewusste das „innere Ich“, weil es die inneren Vorgänge lenkt. Es kombiniert Informationen, die euch nicht durch die körperlichen Sinne, sondern über andere, innere Kanäle erreichen. Es ist ein innerer Beobachter der Realität, der jenseits der Dreidimensionalität existiert. Es bewahrt in sich die Erinnerung an jede eurer früheren Existenzen. Sein Blick ist auf subjektive Dimensionen gerichtet, die buchstäblich unendlich sind, und aus diesen subjektiven Dimensionen fließt alle objektive Realität. (Lange Pause.)

Alle notwendigen Informationen werden euch durch diese inneren Kanäle zugänglich, und unglaubliche innere Vorgänge spielen sich ab, bevor ihr auch nur einen Finger heben, mit der Wimper zucken oder diesen Satz in diesem Buch lesen könnt. Dieser Teil eurer selbst ist von Natur aus hellsichtig und telepathisch, so dass ihr vor Katastrophen gewarnt werdet, bevor sie eintreten, ob ihr nun die Botschaft bewusst registriert oder nicht; und jegliche Kommunikation findet statt, lange bevor sie in Worte gefasst wird.

(Leise:) Ich kann ab und zu eine Pause einlegen, damit ihr euch ausruhen könnt.

(„Mir geht es gut.“)

Das „äußere Ich“ und das innere Ich arbeiten zusammen. Das eine befähigt euch, mit der bekannten Welt umzugehen, das andere trägt euch jene feineren inneren Wahrnehmungen zu, ohne die eine physische Existenz nicht aufrechterhalten werden kann.

Es gibt aber auch einen Teil eurer selbst, jene tiefere Identität, die sowohl euer inneres als auch euer äußeres Ich formt und deren Beschluss ihr verdankt, dass ihr als ein körperliches Wesen an diesem Ort und zu dieser Zeit in Erscheinung getreten seid. Dies ist der Kern eurer Identität, der psychische Samen, aus dem ihr entsprangt, die multidimensionale Persönlichkeit, von der ihr ein Teil seid.

Für diejenigen unter euch, die sich fragen, wo ich das Unbewusste, von dem die Psychologen reden, ansetzen würde, sei gesagt, dass man es sich sozusagen als einen Treffpunkt vorstellen muss, wo die äußeren und die inneren Ich Zusammenkommen. Ihr müsst wissen, dass es innerhalb des Selbst keine fest umgrenzten Bereiche gibt; wir sprechen also von den verschiedenen Teilen nur, um die Grundidee klarer zu machen.

Da ich mich an ein Publikum wende, das sich mit dem »normalerweise bewussten Selbst« identifiziert, erwähne ich dieses gleich im ersten Kapitel, denn ich habe die Absicht, von der Terminologie an späterer Stelle Gebrauch zu machen, und möchte die Tatsache der multidimensionalen Persönlichkeit so früh wie möglich festgestellt haben.

Ihr könnt euch nicht selber verstehen, und ihr könnt die Unabhängigkeit meiner Existenz nicht akzeptieren, bevor ihr euch nicht von der Vorstellung freigemacht habt, dass die Persönlichkeit ein „Hier-und- jetzt-Attribut“ des Bewusstseins sei. Manches, was ich in diesem Buch über die physische Realität sagen werde, könnte euch in Bestürzung versetzen, aber denkt daran, dass ich alles von einem völlig anderen Standpunkt aus sehe.

(Jane pausierte hier häufig, für Seth sprechend. Ihre Augen waren oftmals geschlossen.) Ihr seid momentan völlig in ihr befangen und fragt euch vielleicht, was es außerhalb ihrer noch geben mag. Ich befinde mich außerhalb und kehre für den Augenblick in eine Dimension zurück, die mir vertraut ist und die ich geliebt habe. Ich bin jedoch nicht in eurem Sinne in ihr sesshaft. Obgleich ich einen paranormalen „Reisepass“ habe, gibt es Probleme der Übersetzung und der Einreise, mit denen ich mich herumschlagen muss.

Man sagt, dass viele Leute, die seit Jahren in New York leben, niemals das Empire State Building besichtigt haben, während zahlreiche Ausländer bestens damit vertraut sind. Auf ähnliche Weise kann ich euch, die ihr eine körperliche Adresse habt, auf ein paar sehr seltsame und wundersame paranormale und psychologische Strukturen innerhalb eures eigenen Realitätssystems hinweisen, die ihr übersehen habt.

Offen gesagt, habe ich mehr vor als das. Ich beabsichtige, euch durch die verschiedenen euch zugänglichen Ebenen der Realität zu führen und euch den Weg zu zeigen durch die Dimensionen eurer eigenen psychologischen Struktur – ganze Bereiche eures eigenen Bewusstseins neu erschließend, die euch bisher relativ unbewusst waren. Ich habe also nicht nur die Absicht, die multidimensionalen Aspekte der Persönlichkeit zu erklären, sondern dem Leser auch einen Einblick in jene größere Identität zu verschaffen, die zu ihm gehört.

(Leise:) Ihr könnt jetzt Pause machen.

(22.07 Uhr. Jane kam leicht und schnell aus der Trance. Sie hatte, wie sie sagte, keinerlei Vorstellung von ihrem Tempo, ob schnell oder langsam, oder von der Zeit, die vergangen war. Sie sagte, sie habe den Eindruck, dass das Material von Seth hochkonzentriert und auf den Leser gemünzt und zugeschnitten sei, dass er versuche, seine Gedanken so klar und präzise wie möglich zu formulieren.
Jane sagte mir jetzt, dass sie vor der Sitzung sehr müde gewesen sei. Sie fuhr um 22.29 Uhr im gleichen Stil fort.)

Das euch bekannte Selbst ist nur ein Fragment eurer Gesamtidentität. Diese Selbstfragmente sind jedoch nicht aneinandergereiht wie die Perlen an einer Schnur. Sie gleichen eher den verschiedenen Häuten an einer Zwiebel oder den Segmenten einer Orange, die, verbunden durch ein und dieselbe Lebenskraft, in verschiedene Realitäten hinauswachsen, aber denselben Ursprung haben.

Ich will die Persönlichkeit nicht mit einer Orange oder Zwiebel vergleichen, aber ich möchte betonen, dass so, wie diese Dinge von innen nach außen wachsen, auch jedes Fragment des Gesamtselbst von innen nach außen wächst. Ihr seht die Außenaspekte der Dinge. Eure physischen Sinne gestatten es euch, die äußeren Formen wahrzunehmen, auf die ihr dann reagiert, aber eure physischen Sinne zwingen euch auch bis zu einem gewissen Grad, die Realität auf diese Weise zu sehen, während die innere Vitalität, die in Materie und Form steckt, euch weniger durchsichtig wird.

Ich kann euch beispielsweise sagen, dass selbst ein Nagel Bewusstsein hat, aber wenige meiner Leser werden mich ernst genug nehmen, um dem nächstbesten Nagel, den sie in einem Stück Holz steckend finden, einen guten Morgen oder guten Abend zu wünschen.

Gleichwohl besitzen die Atome und Moleküle in dem Nagel ihre eigene Form von Bewusstsein. Die Atome und Moleküle, aus denen die Seiten dieses Buches aufgebaut sind, sind gleichfalls auf ihrer eigenen Ebene bewusst. Nichts existiert – weder Mineral, Pflanze, Tier noch Luft-, das nicht von seiner eigenen Form von Bewusstsein erfüllt wäre. So steht ihr also inmitten eines ständigen, lebensprühenden Tumultes, einer »Gestalt« bewusster Energie, und ihr seid physisch selber aus bewussten Zellen zusammengesetzt, die die Erkenntnis ihrer eigenen Identität in sich tragen und durch willentliche Kooperation die körperliche Struktur bilden, die euer physischer Leib ist.

Ich sage damit natürlich, dass es keine tote Materie gibt. Es existiert nichts, was nicht durch Bewusstsein hervorgebracht würde, und jedes Bewusstsein, unabhängig von seinem Entwicklungsgrad, erfreut sich eigener Empfindungen und eigenen schöpferischen Vermögens. Ihr könnt niemals begreifen, wer ihr seid, wenn ihr das nicht begreift. Aus Bequemlichkeit schirmt ihr euch gegen die Vielfalt innerer Kommunikationen, die zwischen den winzigsten Teilen eures Fleisches hin und her laufen ab, und doch seid ihr selber als physische Wesen zu einem gewissen Grad Teil eines anderen Bewusstseins. Das Selbst kennt keine Schranken. Sein Potential kennt keine Schranken. (Pause.) Ihr könnt jedoch durch eure eigene Unwissenheit künstliche Schranken errichten. Ihr könnt euch zum Beispiel ausschließlich mit eurem äußeren Ich identifizieren und solche Fähigkeiten abspalten, die euch mitgegeben sind. Ihr könnt die Tatsachen leugnen, aber nicht ändern. Die Persönlichkeit ist multidimensional, obwohl viele Leute, metaphorisch gesprochen, ihren Kopf in den Sand dreidimensionaler Existenz stecken und so tun, als sei das alles.

(Humorvoll:) In diesem Buch hoffe ich ein paar Köpfe aus dem Sand zu ziehen. (Lange Pause.) Wir können die Sitzung hier abbrechen oder unterbrechen, ganz nach Belieben.

(»Unterbrechen wir.« 22.59 bis 23.10 Uhr.)

Nun also: In Kürze werden wir unser erstes Kapitel abschließen. Es bleibt nur noch wenig zu tun übrig.
(Amüsiert:) Dies ist nicht für das Buch bestimmt.

Es liegt nicht in meiner Absicht, das äußere Ich zu unterschätzen. Ihr habt es einfach überschätzt. Auch ist seine wahre Natur nicht erkannt worden.

Wir werden auf diesen Punkt noch näher eingehen; vorerst soll die Einsicht genügen, dass euer Identitäts- und Kontinuitätsgefühl nicht vom Ich abhängig ist. Übrigens werde ich im Zusammenhang mit der physischen Welt, mit der das äußere Ich verkehrt, manchmal den Ausdruck „Tarnung“ verwenden, denn die physische Form ist eine der Tarnungen, derer die Realität sich bedient. Zwar ist die Tarnung real, aber hinter ihr steht eine viel größere Realität – die Lebenskraft, die ihr Form gab. Eure physischen Sinne gestatten es euch, diese Tarnung wahrzunehmen, weil sie auf eine hochspezialisierte Weise auf diese eingestellt sind. Will man jedoch in der Form die Realität erkennen, so sind hierfür eine andere Art von Aufmerksamkeit und feinere Manipulationen erforderlich, als die physischen Sinne sie leisten können.

Das Ich ist ein eifersüchtiger Gott, der auf der Wahrung seiner Interessen besteht. Es ist nicht bereit, die Realität anderer Dimensionen anzuerkennen als solcher, in denen es sich selber behaglich fühlt und die es versteht. Es war als eine Stütze gedacht und ist zum Tyrannen geworden. Immerhin ist es viel elastischer und lernbegieriger, als man allgemein annimmt. Seine Neugier kann von großem Vorteil sein.

Wenn ihr eine beschränkte Vorstellung von der Natur der Realität habt, dann wird euer Ich sein Bestes tun, um die Schranken dieses eng umgrenzten Raumes der von euch zugelassenen Realität aufrechtzuerhalten. Wenn ihr hingegen eurer Intuition und eurem schöpferischen Instinkt freien Spielraum lasst, dann teilen diese jenem am stärksten physisch orientierten Teil eurer Persönlichkeit ein Wissen um größere Dimensionen mit.

(23.35 Uhr. Die Sitzung wurde unterbrochen, weil Rooney, eine unserer zwei Katzen, für die Nacht ausgehen wollte. Seth hatte gute Arbeit geleistet. Jane kam schnell aus der Trance. Nachdem ich die Katze hinausgelassen hatte, wartete Jane einen Augenblick und beschloss dann, Feierabend zu machen, bevor Seth zurückkehren konnte. Es hat den Anschein, dass Kapitel eins deshalb nicht ganz fertig geworden ist.)

 

Sitzung 513, Donnerstag, den 5. Februar 1970

Guten Abend.

(»Guten Abend, Seth.« 21.10 Uhr.)

Fahren wir also fort.

Die Tatsache dieses Buches ist ein Beweis, dass das Ich nicht die Gesamtheit der Persönlichkeit für sich beanspruchen kann, denn es steht außer Zweifel, dass es von jemand anderem als der unter dem Namen Jane Roberts bekannten Autorin geschrieben wird. Da diese Jane Roberts über keine anderen Fähigkeiten verfügt als die dem Menschengeschlecht insgesamt angeborenen, so muss man zumindest einräumen, dass die menschliche Persönlichkeit sehr viel mehr Anlagen besitzt, als man ihr allgemein zubilligt. Ich hoffe, noch zu erklären, um welche Fähigkeiten es sich hierbei handelt, und die Mittel und Wege aufzuzeigen, die jedem Individuum offenstehen, um dieses Potential freizusetzen.

Die Persönlichkeit ist eine „Gestalt“ stets im Wandel begriffener Wahrnehmungen. Sie ist derjenige Teil der Identität, der wahrnimmt. Ich dränge meine Wahrnehmungen weder der Frau auf, durch die ich spreche, noch ist ihr Bewusstsein während unserer Kommunikation ausgelöscht. Stattdessen findet eine Ausweitung ihres Bewusstseins und eine Projektion der Energie in außerhalb der dreidimensionalen Realität gelegene Bereiche statt.

Diese auf außerhalb des physischen Systems zielende Konzentration könnte den Eindruck erwecken, als wäre ihr Bewusstsein ausgelöscht. In Wirklichkeit wird es aber vermehrt. Ich, von meinem eigenen Realitätsbereich her, richte meine Aufmerksamkeit auf diese Frau, aber die Worte, die sie spricht – diese auf diesen Seiten aufgezeichneten Worte -, sind ursprünglich gar keine Worte.

Einmal ist die euch bekannte Sprache eine langsame Angelegenheit: Buchstabe reiht sich an Buchstabe, um ein Wort, und Wort an Wort, um einen Satz als Resultat linearer Gedankenmuster zu bilden. Die euch bekannte Sprache ist teilweise und grammatikalisch das Endprodukt eurer physischen Zeitsequenzen. Ihr könnt euch nur auf eine beschränkte Anzahl von Gegenständen gleichzeitig konzentrieren, und eure Sprachstruktur ist für die Mitteilung von verwickelten Simultanerlebnissen nicht geeignet.

Ich bin mir einer Erlebnisform bewusst, die nicht linear ist, und bin imstande, mich auf eine unendliche Vielfalt gleichzeitiger Geschehnisse einzustellen. Ruburt könnte diese nicht ausdrücken, und so muss man sie, wenn man sie mitteilen will, auf die lineare Ausdrucksform nivellieren. Diese Fähigkeit, eine unbegrenzte Anzahl gleichzeitiger Geschehnisse wahrzunehmen und darauf zu reagieren, ist eine grundlegende Eigenschaft eines jeden Gesamtselbst oder jeder Wesenheit. Ich kann sie deshalb nicht als Besonderheit für mich in Anspruch nehmen.

Wie bereits erwähnt, kennt jeder meiner gegenwärtig in physischer Form verborgenen Leser (humorvoll) nur einen kleinen Teil seiner selbst. Die Wesenheit ist jene Gesamtidentität, von der seine Persönlichkeit eine Manifestation – einen unabhängigen und ewig gültigen Teil – darstellt. Bei diesen Kommunikationen erweitert sich daher Ruburts Bewusstsein und stellt sich doch auch wieder auf eine andere Dimension ein, eine Dimension zwischen seiner Realität und meiner, ein Bereich, der relativ störungsfrei ist. Hier präge ich ihm mit seiner Erlaubnis und Zustimmung bestimmte Begriffe ein. Diese sind, insofern jedes Wissen und jede Information den Stempel der Persönlichkeit tragen, die sie speichert und weitergibt, nicht neutral.

Ruburt macht mir seinen Wortschatz zugänglich, und so bringen wir beide gemeinsam ganz automatisch die verschiedenen Worte hervor, die gesprochen werden. Es können dabei Störungen auftreten, so wie jede Information entstellt werden kann. Wir sind jedoch jetzt an die Zusammenarbeit gewöhnt, und Störungen begegnen daher höchst selten.

Ein Teil meiner Energie wird auch durch Ruburt projiziert, und seine Energie und meine zusammen animieren ihn physisch während der Sitzungen, so wie auch jetzt, da ich diese Sätze ausspreche. Es gibt noch viele andere Verästelungen, auf die ich später noch eingehen werde.

Ihr könnt Pause machen.

(21.46 bis 21.55 Uhr.)

Ich bin daher ebenso wenig ein Produkt von Ruburts Unterbewusstsein, wie er ein Produkt meines Unterbewusstseins ist. Auch bin ich keine sekundäre Persönlichkeit, die ein prekäres Ich hinterlistig zu unterminieren versucht. Ich habe vielmehr dafür gesorgt, dass alle Teile von Ruburts Persönlichkeit profitieren und dass deren Integrität gewahrt und gewürdigt wird.

Seine Persönlichkeit verfügt über eine ziemlich seltene Anlage, die unsere Kommunikationen ermöglicht. Ich will dies so einfach wie möglich auszudrücken versuchen: es gibt in meiner Psyche etwas, das einer transparenten, dimensionalen Ausbuchtung gleichkommt und fast wie ein offenes Fenster wirkt, durch das andere Realitäten wahrgenommen werden können; eine multidimensionale Öffnung, die zu einem gewissen Grad der Überschattung durch die physische Zentrierung entgangen ist.

Die physischen Sinne machen euch gewöhnlich blind für diese offenen Kanäle, denn ihr nehmt die Realität hur ihrem Bild entsprechend wahr. Teilweise betrete ich daher eure Realität durch eine psychologische Ausbuchtung in eurem Raum-Zeit-Gefüge. Ein solcher Kanal dient sozusagen als Brücke zwischen Ruburts Persönlichkeit und meiner eigenen, so dass Kommunikation möglich wird. Solche psychologischen und medialen Ausbuchtungen zwischen den existentiellen Dimensionen kommen nicht selten vor. Sie werden bloß als solche selten erkannt und noch seltener nutzbar gemacht.

(Lange Pause, eine von vielen. Doch war Janes Tempo insgesamt schneller und sicherer als in den ersten zwei Sitzungen, die mit Seths Buch zu tun hatten. Ihr gefiel auch, was Seth bisher an seinem Buch gearbeitet hatte.)

Ich will versuchen, euch eine Vorstellung von meiner eigenen nichtphysischen Existenz zu geben. Möge es dazu dienen, euch daran zu erinnern, dass eure eigene Identität grundsätzlich ebenso unphysisch ist wie die meine.

Das ist das Ende von Kapitel eins.

(»O. k.«)

 

Auszug aus „Gespräche mit Seth“ mit freundlicher Genehmigung des Goldmann Verlags.

 

Buch zum Thema:

 

 

 

Jane Roberts: „Gespräche mit Seth: Von der ewigen Gültigkeit der Seele“
Verlag: Goldmann, 2011
Umfang: 448 Seiten
Preis: 12,- €
ISBN: 978-3442215812

 

Hier können Sie das Buch bestellen

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