Der US-Amerikaner Alex Grey ist sicher ein Ausnahmekünstler. Er portraitiert den Menschen und feinstoffliche Welten, die ihn umgeben. Pablo Sütterlin vom Basler Psi-Verein sprach mit ihm über seine Visionen und die Botschaft seiner Arbeit.

 

Alex Grey im Interview, Übersetzung von Sabin Sütterlin

 

Für diejenigen die noch nie von Alex Grey gehört haben: Wie würdest Du Dich definieren?

Ich sehe mich als Künstler und Mystiker. Die Dimensionen die ich in meinen Bildern darstelle nehmen Bezug auf visionäre mystische Erfahrungen, mit denen Menschen dank spirituellen Praktiken und schamanischen Reisen in Berührung gekommen sind. Das wiederaufflammende Interesse an diesen Phänomenen entstand in der psychedelischen Gemeinschaft weil visionäre Erfahrungen unvermeidlich bei jedem auftreten der während der psychedelischen Erfahrung die Augen schließt. Diese Dimensionen werden im Moment von einer grossen Anzahl Psychonauten erforscht. Darunter befinden sich tausende visionärer Künstler die versuchen, diese Transpersonalen Dimensionen darzustellen. Bedenke was die Welt an heiliger Kunst zu bieten hat: die Ägypter, die Hindus, der Tibetisch- Buddhistische Pantheon von Archetypen, die viele Köpfe haben, viele Augen, viele Gliedmaßen, gewaltig, winzig – sie bewohnen Welten der visionären Imagination. Sie sind Wesen die in einer feinstofflichen Zwischendimension existieren, abgelehnt von der üblichen materialistischen Orientierung der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft.

 

Kannst Du uns etwas über Deine Einsichten zum kreativen Prozess sagen?

Der kreative Prozess ist alles was geschieht. Unsere gegenwärtige Bewusstseinswelle kommt vom Schöpfer. Der visionäre mystische Künstler entwickelt sein Handwerk oder seine Technik weiter um möglichst klar die visionäre mystische Erfahrung darzustellen, die von der höchstmöglichen Inspiration empfangen wird. Ideale Bedingungen für ein großartiges Kunstwerk schließen eine visionäre mystische Erfahrung als Grundlage der Kunst ein. Eine Vision ist eine Kostbarkeit des Lebens die ein Leben ändern kann. Alle Religionen gründen auf Visionen. Krishna der seine wahre Gestalt enthüllt…. Buddha dem unzählige Arme des Mitgefühls wachsen, Moses und der brennende Busch…

Eine solche Erfahrung muss mitgeteilt werden. Um eine Vision zu ehren, widmen wir Disziplin und praktische Tätigkeit die die kreative Energie der Magie und das Handwerk des Überbringens der Vision respektiert um den himmlischen Gegenstand auf die Erde herunterzubringen. Ich habe immer die Kunst bewundert, die einen mentalen Fokus und Achtsamkeit demonstriert. Frage: Kannst Du noch mehr darüber mitteilen, wie der spirituelle Weg und der kreative Prozess miteinander verknüpft sind? Alex: Der kreative Prozess des mystischen Künstlers verbindet eine umfassende und ausladende evolutionäre Kette von Ereignissen und wird zu einem temporären Kanal des Flusses von Gotteskraft, Sternenstaub und Bewusstsein. Wenn es nur Einen gibt und das sind wir alle, dann sind wir die kreative Kraft die das Universum am Tag eins hervorgebracht hat. Wir sind eins mit dieser Kraft. herunterzubringen. Ich habe immer die Kunst bewundert, die einen mentalen Fokus und Achtsamkeit demonstriert.

 

Kannst Du noch mehr darüber mitteilen, wie der spirituelle Weg und der kreative Prozess miteinander verknüpft sind?

Der kreative Prozess des mystischen Künstlers verbindet eine umfassende und ausladende evolutionäre Kette von Ereignissen und wird zu einem temporären Kanal des Flusses von Gotteskraft, Sternenstaub und Bewusstsein. Wenn es nur Einen gibt und das sind wir alle, dann sind wir die kreative Kraft die das Universum am Tag eins hervorgebracht hat. Wir sind eins mit dieser Kraft.

 

Kannst Du den Lesern einen Rat geben wie sie ihr eigenes kreatives Potential erwecken können?

Kreativität ist überhaupt nicht selten. Jeder ist von Natur aus kreativ. Du kannst ihr nicht entrinnen, denn sie ist alles was passiert. Otto Rank sagte in „Kunst und Künstler“, dass Neurosen von unausgedrückter Kreativität verursacht werden. Jede Person muss ihren eigenen kreativen Pfad finden. Kreativität ist was uns antreibt. Der Burning Man (Anmerkung der Übersetzerin: Burning Man ist ein jährlich stattfindendes Kunst- und Musikfestival im Bundesstaat Nevada im Black Rock Desert. Acht Tage lang treffen sich dort Hippies, kreative Tüftler und Visionäre. Sie sehen sich als Bewegung die die Welt verändern will: Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie, Friede und Liebe, hemmungslose, kreative Selbstverwirklichung und absolute Toleranz sind Grundmotive der bunten Truppe) ist eine brillante Zurschaustellung von Einheit und individuellem kreativen Ausdruck. Wecke Deinen kreativen Prozess indem Du zuerst Dich selbst erkennst, was eine spirituelle Suche erfordert. Wie kann Deine Kunst Dich zu einer besseren Person machen? Kunst kann eine spirituelle Praxis sein. Weise auf eine spirituelle Dimension hin die universell genug ist um alle Weisheitstraditionen mit einzuschließen und als ikonisch erkennbar ist.

 

Deine Mutter war Methodistin und hat Dir jeden Abend Bibelgeschichten vorgelesen, bis sie eines Tages aufgab. Desillusioniert von dieser Scheinheiligkeit, kannst Du Dich erinnern was für eine Auswirkung dieser Wandel auf Deinen kreativen Prozess nahm?

Das plötzliche Desinteresse meiner Eltern in die Kirche hat mein Interesse geweckt. Als ich um die Dreißig war, erfuhr ich, dass es der Rassismus in ihrer Gemeinde war, der sie von der Kirche vertrieben hatte, genau zu dem Zeitpunkt als die Bürgerrechtsbewegung in Amerika einsetzte. Das respektiere ich wirklich. Sie gaben Gott auf, aber dies öffnete für mich eine philosophische Suche die mich später auf eine spirituelle Reise führte.

 

Wenn Du Menschen anschaust, siehst du sie mit Röntgenblick wie wir es aus Deinen Bildern kennen?

Ich sehe nicht mit Röntgenblick. Ich sehe, dass jeder auf einzigartige Weise ein Fingerhut Lebenskraft ist. Jede Person ist ein Sacred Mirror (heiliger Spiegel). Das innere des Körpers zu sehen verallgemeinert die menschliche materielle Form. Dass wir alle Eins sind ist der Grundstein nahezu aller religiösen Orientierungen.

 

Du bildest die Muskulatur, die Knochen und vieles andere ab. Ist das die Art wie Du im Alltag siehst?

Diese Bildsprache kommt als Vision. Manchmal ist es mir möglich, einen Einblick in eine röntgenartige Dimension zu haben. Ich stelle mir glasartige anatomische Schichten vor weil damit universelle Qualitäten des menschlichen Wesens – glasig oder durchsichtig – dargestellt werden und die Benennung der Rasse oder des Geschlechts vermieden wird. Indem eine eher androgyne Figur als Sacred Mirror dargestellt wird, entfernt sich der Betrachter von seiner einschränkenden «Selbstheit».

 

Zum jetzigen Zeitpunkt Deines Lebens und in Bezug auf Spiritualität, siehst Du Dich eher als Sucher oder als Finder?

Gott sucht uns genauso engagiert wie wir nach Gott suchen. Sich sehnen, suchen und entdecken gehören zum Zyklus des visionären Dilemmas. Der Zugang zu höheren Dimensionen findet sich manchmal nach einer großen Suche aber ist manchmal auch anstrengungslos plötzlich da.

 

Reflektiert Deine Kunst mehr Fragen oder Entdeckungen, oder beides?

Meine Kunst stellt Entdeckungen und Offenbarungen dar. Die Grundlage meiner Kunst ist was ich gesehen habe und ich versuche diese Vision so klar wie möglich darzustellen. Je tiefgreifender die Entdeckungen sind, desto mehr Fragen werfen sie auf. Ich strebe die reinste Interpretation der enthüllenden Visionen an die in meinem Gedächtnis haften, weil ich glaube, dass sie zur heiligen Realität zeigen. Ich glaube genau dies sollte heilige Kunst tun.

 

Hast Du noch eine letzte Botschaft an unsere Leser?

Helft uns Entheon aufzubauen, einen visionären heiligen Ort der Kunst, der eine Erfahrung heiliger Vernetzung bietet. Von allen Kräften der starken, der schwachen, der Schwerkraft der elektromagnetischen die seltsamste stärkste Kraft von allen ist die Kraft der Liebe.

 

Wiederveröffentlichung des Textes mit freundlicher Genehmigung des Basler Psi-Vereins

 

Über Alex & Allyson Grey

Alex Grey ist Künstler und Mitbegründer der Chapel of Sacred Mirrors. Er ist berühmt für seine Bilder, die multiple Dimensionen der Realität darstellen – so verwebt er in ihnen biologische Anatomie mit psychischen und spirituellen Energien. Grey’s visuelle Meditation über die Natur des Lebens und des Bewusstseins, das Thema seiner Kunst, ist in fünf Büchern enthalten. Seine zwei Monographien Sacred Mirrors und Transfigurations enthalten die Geschichte von Grey‘s künstlerischem Leben. The Mission of Art und Art Psalms reflektieren über Kunst als spirituelle Praxis. CoSM, das er gemeinsam mit Allyson Grey geschrieben hat, bietet eine geführte Tour durch die New York City Installation der Sacred Mirrors collection. Grey‘s weltbekannte Karriere umfasst Ausstellungen und Keynote Vorträge in Basel, Tokyo bis nach Sao Paulo und wurde auf dem Discovery Channel, CBC, in Newsweek und im Time Magazine vorgestellt. Grey‘s Kunst wurde von Bands wie Nirvana, den Beastie Boys, Tool und String Cheese Incident als Plattencover verwendet. Die herausragendsten und meistgeschätzten Werke transformativer Kunst von Alex Grey wurden während fünf Jahren in der Chapel of Sacred Mirrors in New York City ausgestellt.

Allyson Grey ist Künstlerin und Mitbegründerin der Chapel of Sacred Mirrors. Sie wurde 1952 geboren und ist seit 1975 die Partnerin von Alex Grey. Getroffen haben sie sich an der Boston Museum School wo sie ihren Abschluss in bildender Kunst gemacht hat. Sie trat unter anderem bei der Stux Gallery und der O.K. Harris Gallery in NYC auf. Allyson erhielt Aufträge für Kunst an öffentlichen Orten, unter anderem ein Wandgemälde in der First Bank of Lowell, Massachusetts. Sie malt und arbeitet sowohl zusammen mit ihrem Ehemann, wie auch mit der gemeinsamen Tochter und Schauspielerin, Zena Grey. Alex und Allyson leben in Brooklyn, New York und beim CoSM in Wappinger, New York. Seit einer spirituellen Öffnung unter LSD im Jahr 1970 fühlt sich Allyson zum Erschaffen spiritueller Kunst hingezogen; die Abstraktion und das unübersetzbare Symbolsystem der heiligen Sprache ziehen sie an.

www.alexgrey.com

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